Siebenmühlental
Die Geschichte des Siebenmühlentals
Mitten im historischen Siebenmühlental, direkt an der Burkhardtsmühle in Waldenbuch und am beliebten Bundeswanderweg, liegt heute der Waldmeister. Das Tal – früher auch Reichenbachtal genannt – zählt zu den kultur- und landschaftsgeschichtlich besonderen Orten der Region. Über Jahrhunderte prägten Mühlen, Wasser und Handwerk das Tal, das heute zu den beliebtesten Naherholungsgebieten vor den Toren Stuttgarts gehört.
Von sieben zu elf Mühlen
Bereits in einem Forstlagerbuch aus dem Jahr 1383 werden sieben Mühlen am Reichenbach erwähnt – sie gaben dem Siebenmühlental seinen heutigen Namen. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs die Zahl der Talmühlen sogar auf insgesamt elf Mühlen an.
Der Reichenbach bot mit seinem Wasserlauf und Gefälle ideale Voraussetzungen für den damaligen Mühlenbetrieb. Heute führt der Weg entlang der historischen Mühlen durch das Tal – und direkt am Waldmeister vorbei. Ein schöner Ort für eine Pause auf der Wanderung, der Radtour oder einfach für ein paar gemütliche Stunden im Grünen.





Geografie und Verlauf des Tals
Das Siebenmühlental erstreckt sich von Musberg bis zur Burkhardtsmühle bei Waldenbuch – genau hier findet Ihr heute den Waldmeister. Durch das Tal fließt der Reichenbach, der aus dem Zusammenfluss von Schmellbach und Mahdenbach entsteht und das Landschaftsbild über viele Kilometer prägt.
Das Tal führt durch die Gemarkungen von Leinfelden-Echterdingen, Filderstadt und Waldenbuch und verbindet Natur, Geschichte und Naherholung. Heute gehört es zu den beliebtesten Ausflugszielen der Region – zum Wandern, Radfahren und natürlich für eine gemütliche Einkehr.
Die elf Mühlen des Siebenmühlentals
Entlang des Reichenbachs entstanden im Laufe der Jahrhunderte insgesamt elf Mühlen. Viele der historischen Gebäude sind bis heute erhalten und erinnern an die lange Geschichte des Tals. Folgt man dem Tal von Musberg in Richtung Waldenbuch, begegnet man den Mühlen in folgender Reihenfolge – bis zur Burkhardtsmühle am Ende des Siebenmühlentals und direkt beim Waldmeister:

Topographische Karte im Maßstab 1:50 000Herausgegeben vom Landesvermessungsamt Baden-Württemberg (L7320)Quelle: Stadtarchiv LE, Buch „Das Siebenmühlental. Bilder und Geschicht(e), 2003
Die Anfänge des Fremdenverkehrs
Im späten 19. Jahrhundert gewann das Wandern zunehmend an Bedeutung, insbesondere im Bildungsbürgertum. Ein Meilenstein war die Gründung des Schwäbischen Albvereins im Jahr 1888, der auch zur touristischen Erschließung des Siebenmühlentals beitrug. Wegmarkierungen machten das Tal für Ausflügler besser zugänglich.
Ein weiterer wichtiger Schritt folgte 1928 mit der Einweihung der sogenannten „Tälesbahn“, die Leinfelden mit Waldenbuch verband. Sie sorgte für eine komfortable verkehrliche Anbindung des Tals, wurde jedoch bereits 1956 stillgelegt. In den 1960er-Jahren wandelte man die ehemalige Bahntrasse zu einem asphaltierten Weg
Naturraum und Schutzgebiet
Das Reichenbachtal liegt im Naturraum Schönbuch und Glemswald und gehört geologisch zum Keuperbergland. Ökologisch ist das Tal besonders wertvoll und steht bereits seit 1960 unter Landschaftsschutz. Heute präsentiert sich das Siebenmühlental als landschaftliches Idyll am Rand des Ballungsraums Stuttgart – ein Ort, an dem sich Natur, Geschichte und Erholung auf einzigartige Weise verbinden.
Quelle: Alle dargestellten Informationen und historischen Fotografien sowie das Buch „ Bernd Klagholz (Hrsg.): Das Siebenmühlental. Bilder und Geschichte(n), Band 10, 2003“ wurden vom Stadtarchiv Leinfelden-Echterdingen zur Verfügung gestellt und dürfen mit freundlicher Genehmigung verwendet werden.
